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Freiheit für Elternentscheidung

Die Fraktion der Sozialdemokratischen Partei im Augustdorfer Gemeinderat fordert eine umfassende Aufklärung der Eltern der Grundschulkinder in Augustdorf. Anschließend an diese Informationsveranstaltungen  sollen die Eltern über die möglichen Alternativen einer zukünftigen Beschulung in Augustdorf abstimmen.

"In der Schulentwicklungsplanung in Augustdorf muss sich endlich etwas tun. Stillstand und Verzögerung bringen uns keinen Schritt weiter", erklärt Heinrich Georg Schneider, Fraktionsvorsitzender der Augustdorfer Sozialdemokraten.  Die SPD möchte endlich Sicherheiten für Eltern und Schüler schaffen. Diese ist aus Sicht der Sozialdemokraten allerdings nur möglich, wenn alle Grundschuleltern  umfassend informiert werden. „Die Grundschuleltern sind die, die Entscheidungen fällen, schließlich geht es ja um ihre Kinder, aber dafür müssen wir endlich diese Halbwahrheiten und Irritationen aus dem Weg schaffen, die seit Wochen und Monaten durch den Ort geistern“, zeigt sich Schneider sichtbar erbost.

„Wenn nun immer wieder unterstellt  wird, dass es mit der Einführung einer Sekundarschule in Augustdorf lediglich um den Ganztagsunterricht geht, ist diese Behauptung einfach falsch und irreführend. Der gebundene Ganztagsunterricht ist,  wie bereits in fast allen anderen Europäischen Ländern,  zwingende Voraussetzung dieser Schulform, um mehr Zeit und Raum für die individuelle Förderung anzubieten und somit zu einer Verbesserung der Bildungschancen beizutragen“, fährt Schneider fort. Der Zeitrahmen des Ganztagsbetriebes erstrecke sich  im Sinne der Vorschriften auf mindestens drei Unterrichtstage über jeweils mindestens sieben Zeitstunden. In der Regel bedeutet dies Unterricht am Montag, Mittwoch und Donnerstag von 8 bis 15 Uhr am Dienstag und Freitag gäbe es weiterhin halbtäglichen Unterricht.

Bei einer Sekundarschule handelt es sich um eine von der Nordrhein-Westfälischen Bildungskonferenz empfohlenen  neuen Schulform.  In einem  parteiübergreifenden Konsens von SPD, CDU und Grüne wurde dieses Schulangebot  im vergangenen Jahr als Regelschule gesetzlich verankert. Durch das veränderte Schulwahlverhalten der Eltern und den seit Jahren festzustellenden Rückgang der Schülerzahlen muss gehandelt werden, um ein wohnortnahes und umfassendes Schulangebot auch im ländlichen Raum aufrecht erhalten zu können.  „Die Antwort auf diese Probleme kann ja nur eine Schule sein, die tatsächlich alle Kinder willkommen heißt und allen Fähigkeiten und Begabungen entspricht.  Diese Rahmenbedingungen sind die alles Entscheidenden für Augustdorf und nicht der immer wieder fälschlicherweise angeführte Ganztagsunterricht“, führt die bildungspolitische Sprecherin Melanie Rauh aus.  Nicht nur der Haupt-/Realschulabschluss sei an dieser Sekundarschule möglich. Diese Schule bereite auch die Kinder im Rahmen ihrer Begabungen darauf vor, ihren Bildungsweg in der gymnasialen Oberstufe, an einem Berufskolleg oder in der Berufsbildung fortzusetzen. Das bedeutet, dass nicht wie bisher von Haupt- oder Realschule lediglich eine Zulassung zu einer weiterführenden Schule ausgesprochen wird, sondern dass diese Schülerinnen und Schüler konsequent auch für das Abitur vorbereitet werden.

Der gemeinsame Unterricht bis zur 7. Klasse ist eine weitere Säule der Sekundarschule. „Durch das längere gemeinsame Lernen erübrigt sich die immer schon mehrheitlich abgelehnte Frühauslese und die Chancengleichheit im Bildungssystem rückt wieder ein Stück näher“, hebt Melanie Rauh weitere Vorzüge der Sekundarschule hervor.  Die Eltern stehen nun nicht mehr vor dem Problem, dass bereits in Klasse 4 eine Vorentscheidung getroffen werden muss. Damit baut diese neue Schulform einer in leider  vielen Fällen falschen Zuordnung zu einer  bestimmten Schule  vor.

„Wenn der Bürgermeister nun fordert, dass die Augustdorfer nicht in ihrer Freiheit eingeschränkt werden und insbesondere die Eltern  über den Ganztag entscheiden und bestimmen sollen, wirkt diese Aussage unglaubwürdig und schon ein wenig komisch,“ kontert Schneider auf den Artikel in der Lippischen Landeszeitung.  Mehrfach habe die SPD  im Rat versucht, diese Elternentscheidung herbeizuführen. Der  formelle Weg zur Einrichtung einer Sekundarschule  beginne mit einer umfassenden Information der Eltern der Grundschulkinder. Erst daraufhin erfolge eine anonyme Befragung der betroffenen Eltern.  Sollten sich die Eltern der Grundschulkinder mehrheitlich gegen die Sekundarschule aussprechen, wird diese Schulform von der Bezirksregierung nicht genehmigt. Die Einführung dieser Schule kann nur mit hoher Akzeptanz der Eltern gelingen. Die SPD fordert daher den Rat auf, zu beschließen, dass von den Experten endlich umfangreich an den Grundschulen informiert werden kann und anschließend die Elternbefragung durchgeführt wird.  „Den Augustdorfer Eltern der Grundschulkinder kann doch nicht weiterhin die Möglichkeit und die Freiheit versagt werden, über ein gesetzliches Angebot zum Besten für ihre Kinder informiert zu werden und letztendlich zu  entscheiden“, zeigt sich Schneider abschließend irritiert über das Vorgehen der  Mehrheitsfraktion.

 

 
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